Klimawandel und knappe Ressourcen: Hochschultage Nachhaltigkeit gestartet

Klimawandel und knappe Ressourcen: Hochschultage Nachhaltigkeit gestartet

Dienstagabend, kurz nach halb acht. Die Plätze im Röchling-Hörsaal sind gut gefüllt. Die Besucher, größtenteils Studierende der Universitäten in Mannheim und Heidelberg, aber auch einige externe Gäste, sind gekommen um die Auftaktveranstaltung der diesjährigen „Hochschultage Nachhaltigkeit“ mitzuerleben.

Zu hören gibt es einen Vortrag über nachhaltige Stadtentwicklung von Dr. Editha Marquardt, Forscherin am geographischen Institut der Uni Heidelberg. Die Zuhörer erfahren hier, dass das Umdenken einer Gesellschaft in Richtung nachhaltiges Handeln und Wirtschaften zu allererst in der Stadt beginnen muss. Sie beeinflusst ihre Umwelt wie kein anderes System. Zudem erreicht und gewinnt man Akteure in bevölkerungsreichen Gebieten viel eher als in ländlichen. Dass dabei die Berücksichtigung der klassischen, wohl jedermann bekannten drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie & Soziales – nicht mehr genügt, ist eine der Kernbotschaften Dr. Marquardts. Längst spielen die Bereiche Kultur, Bau und Institutionelles eine ebenso bedeutende Rolle. Dazu braucht es auch die Wissenschaft, die neues Wissen produziert und an die Bevölkerung vermittelt.

Wissensvermittlung, genau das ist das Ziel der Veranstalter, sagt Sarah Arndt, Hauptorganisatorin der Nachhaltigkeitstage, die dieses Jahr zum sechsten Mal stattfinden. Diesmal unter dem Motto „Begrenzte Welt – (Un)begrenzte Möglichkeiten?!“. Sarah studiert im vierten Semester VWL und ist Mitglied in der Hochschulinitiative Green Office, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Universität und ihr Umfeld ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltiger zu gestalten. Zusammen mit anderen Hochschulgruppen und -initiativen, den Grünen Hochschulgruppen Mannheim und Heidelberg (gahg & GHG), WinD, Infinity und Plurale Ökonomik, die alle genau dieses Bestreben gemeinsam haben, bildet sie das diesjährige Organisationsteam. Sarah war schon letztes Jahr dabei und hat deren Mitglieder bei einem Kick-off zusammengebracht. „Im vergangenen November haben wir dann unsere Arbeit aufgenommen. In den Gremien Inhalt, Sponsoring und Öffentlichkeitsarbeit haben wir das Event Schritt für Schritt erarbeitet“, wie sie uns erklärt.

Das Logo der Initiative symbolisiert das Dreieck der Nachhaltigkeit: Ökologie, Umwelt & Soziales.

Das Logo der Initiative symbolisiert das Dreieck der Nachhaltigkeit: Ökologie, Umwelt & Soziales.

Die Veranstalter hatten viel zu tun: Sponsoren mussten gefunden werden, um Notwendigkeiten wie das Catering, die Flyer und die Räumlichkeiten zu finanzieren. Schließlich wird mit mehreren hundert Teilnehmern gerechnet. „Toll ist, dass unsere Referenten uns ehrenamtlich unterstützen“, meint Sarah. In ihrer Begrüßungsrede verrät sie uns die Beweggründe der Veranstalter: Weil das Erreichen des von der UN festgelegten 2°C-Ziel immer unmöglicher wird und jemand, der nicht an den Klimawandel glaubt, der derzeit mächtigste Mensch der Welt ist, sei es genau jetzt angebracht, sich mit den Chancen nachhaltigen Handels und dem Thema begrenzte Ressourcen zu beschäftigen.

Gelegenheit dazu werden die Teilnehmer zwischen dem 02. und 06. Mai ausreichend haben: Neben einer Vielzahl an Vorträgen in Mannheim und Heidelberg werden ein Kinoabend in Kooperation mit dem CineAStA, „Markt der Möglichkeiten“ und die Podiumsdiskussion mit dem Titel „How to feed the worlds growing billions“ sein. Mit vier Workshops zu jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten werden die Nachhaltigkeitstage am Samstagnachmittag schließlich zu Ende gehen. Wer interessiert ist, findet auf der Homepage und Facebookseite der Hochschultage Nachhaltigkeit weitere Informationen. Plätze in den Workshops sind noch frei.

Anna Wohlmann und Adam Aach