Tschüss Rheinblick – hallo Innenstadtlage

Tschüss Rheinblick – hallo Innenstadtlage

Der Fachbereich Medien- und Kommunikationswissenschaft darf sich über ein neues Zuhause freuen: Nach einigen Jahren im Haus Oberrhein, ein gutes Stück weg von der Uni, ist er zum Semesterstart in den Neubau in B6 umgezogen. Eigentlich ein guter Deal, allerdings gibt es einen entscheidenden Nachteil.

„Ich trauere meinem Büro im sechsten Stock direkt am Rhein schon nach.“ Prof. Keppler schaut wehmütig zurück auf die Zeit im Haus Oberrhein, in dem der Fachbereich MKW bisher untergebracht war. Zwar weit weg vom Schloss und von den Vorlesungssälen, dafür mit den schönsten Büros der ganzen Uni. Aber damit ist es jetzt vorbei: Ab sofort sind die MKWler*innen fast zentraler als alle anderen Fachbereiche beheimatet – im Quadrat B6. Außer der MKW sind dort seit neuestem der Sonderforschungsbereich 884 „Politische Ökonomie von Reformen“ sowie Doktorandinnen und Doktoranden der Graduate School of Economic and Social Sciences (GESS) untergebracht. Zudem sollen Räume für Lehrveranstaltungen und als studentische Arbeitsplätze genutzt werden.

„Es stinkt noch ein bisschen nach frischer Farbe, aber das Haus hat einen super schönen Hof und es gibt genug Abstand zum nächsten Gebäude. Wir sind also nicht eingeengt“, freut sich Dr. Anja Pelzer, Akademische Rätin des Fachbereichs, über das Gebäude, in dem neben Büros auch zahlreiche Seminarräume untergebracht sind. Und Kim, die in eben diesen Räumen bald Tutorien für andere Studierende geben wird, ist regelrecht begeistert von dem Neubau: „Das Haus hat so ein schönes Design und einen coolen großen Hof. Und es ist so viel näher an der Uni“, sagte sie während der Einweihung des Gebäudes vergangene Woche. Hierbei hatte sich der Fachbereich richtig etwas einfallen lassen. Eine Studierendenband sorgte mit den richtigen Songs für gute Stimmung, der Magen wurde mit mitgebrachten Häppchen am vielfältigen Buffet versorgt. Neben Angehörigen des Lehrstuhls ließen sich vor allem viele Erstis den Abend nicht entgehen – Sie waren vorher in Vorlesungen ausdrücklich eingeladen worden. Und natürlich nahmen sie das Gläschen Sekt dankend an, mit dem auf den schmucken Neubau angestoßen wurde.

Tatsächlich kann sich das Gebäude sehen lassen. Die in Anlehnung an das Mannheimer Schachbrettmuster quadratisch gestaltete Fassade ist hell verkleidet und riesige Fenster lassen viel Licht ins Innere. Im Hof gibt es Rasenflächen, vom hektischen Trubel der Stadt bekommt man hier nicht mehr viel mit. Glücklich darf sich schätzen, wer hier bald Seminare besucht (natürlich, wenn der Stoff auch entsprechend interessant ist). „Insgesamt ist es ein sehr schlichtes Design, nichts drängt sich auf“, sagt Prof. Dr. Peter Vorderer: „Hier gab es keine unnötige Geldverschwendung.“ Auch die Kommunikation mit den Kollegen sei jetzt viel leichter, da man nicht wie vorher auf drei, sondern nur noch auf einem Stockwerk verteilt sei. Außerdem können sich auch die Aussicht aus dem vierten Stock durchaus sehen lassen, fügt er mit einem Seitenhieb auf seine Kollegin Keppler hinzu. Und für Prof. Dr. Diane Rieger hat die neue akademische Heimat noch einen anderen, unschlagbaren Vorteil: „Wir können jetzt endlich noch auf dem Heimweg die Einkäufe erledigen ohne Umwege zu machen.“ Und: „Wir müssen nicht mehr im Dunkeln durch die Unterführung.“

Geht es nach dem Professoren, haben sich die Investitionen von rund 20 Millionen Euro für die 5100 Quadratmeter Nutzfläche also durchaus gelohnt. Nachdem die ersten Büros in den letzten Tagen bereits bezogen wurden, werden in den kommenden Wochen auch die Seminarräume fertiggestellt. Dann heißt es endgültig: Tschüss Rheinblick, hallo Innenstadtlage.

Von Lisa Weber, Christin Rudolph & Christian von Stuelpnagel


Auftakt: Frau Prof. Keppler begrüßt die Gäste.


Beschallung: Für die richtige Musik sorgt das Team vom Campusradio „radioaktiv“.


Quadratisch praktisch gut: Die Innenseite der Fassade von Gebäudes B6.


Grün und ruhig: Der neue Innenhof in B6.


Macht gut Stimmung: Ein MKW-Student hält die Gäste gemeinsam mit seiner Band bei Laune – auch als es schon längst dunkel ist.